Palmbuschen und Heiliges Grab

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und ist geprägt von uralten Bräuchen

Dieser schwäbische Palmesel aus dem 15. Jahrhundert ist ein wertvolles Zeugnis der Volksfrömmigkeit im Bayerischen Nationalmuseum. F.: BNM

Mit dem Palmsonntag beginnt für Christen die wichtigste Woche im liturgischen Kalender, die Karwoche. Am Palmsonntag wird des in allen vier Evangelien beschriebenen triumphalen Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Weil die Menschen ihn als Messias und Erlöser bejubelten, schwenkten sie ihm zu Ehren Palmwedel. Doch über der vorösterlichen Freude liegt bereits der Schatten des Leidens, denn Jesus wusste, wie bald sich die Stimmung gegen ihn wenden würde.

In der katholischen Kirche gibt es viele regional unterschiedliche Bräuche. Der wichtigste ist die Palmprozession, bei der in früheren Zeiten auch der Palmesel eine große Rolle spielte. Die Gläubigen bringen Buchszweige oder kunstvoll gebundene Palmbuschen mit in den Gottesdienst und lassen diese weihen. Daheim werden sie am Kruzifix befestigt, finden in bäuerlichen Gegenden aber auch in den Ställen ihren Platz. Sie schützen vor allerlei Unglück – und bewahren das Vieh vor Krankheiten. Die Palmweihe ist seit dem siebten Jahrhundert nachweisbar.

In den byzantinischen Kirchen finden am Palmsonntag, der selten zeitgleich mit dem der römisch-katholischen und der evangelischen Kirchen gefeiert wird, weil die Ostkirchen Ostern nach dem Julianischen Kalender berechnen, ebenfalls große Prozessionen statt. Diese Tradition reicht bis in das vierte Jahrhundert zurück, als die Kirche noch nicht gespalten war.

Die Karwoche ist geprägt von Strenge, vom Bußgedanken und von innerer Einkehr. Das mag in unserer laizistischen Welt zwar zum großen Teil verloren gegangen sein. Doch nach wie vor nutzen viele Menschen diese Zeit für eine Besinnungspause. Das Wort „Kar“ hat seine Wurzeln im Althochdeutschen „chara“ oder „kara“ und bedeutet Kummer, klagen oder trauern. Am Gründonnerstag gedenken die Christen des sogenannten letzten Abendmahls und des Beginns der Leidensgeschichte Jesu im Garten von Gethsemane. Der Name lässt sich – so eine weit verbreitete Erklärung – auf das Wort „greinen“ für Weinen zurückführen. Dass es am Gründonnerstag grüne Speisen gibt, beruht auf der nicht ganz passenden Deutung des Worts. Der Karfreitag ist der Todestag Jesu. Heute hat der Besuch von Passionskonzerten bei vielen Menschen den Gottesdienst ersetzt, obwohl der Karfreitag für die evangelischen Christen der höchste Feiertag im Jahr ist. Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe. Wo es sie gibt, pilgern die Menschen zu den sogenannten Heiligen Gräbern, um dort in stiller Andacht zu beten. Mancherorts gibt es auch noch regelrechte Grabwachen. Um Mitternacht wandelt sich die Trauer in österliche Freude: Lichter werden entzündet, Osterfeuer brennen und in den Kirchen heißt es „Christus ist erstanden“.
 



Veranstaltungstipp

Bestattungsvorsorge

Es gibt eine Reihe von guten Gründen, sich rechtzeitig um die eigenen „letzten Dinge“ zu kümmern. Mit dieser ganz persönlichen Vorsorge erweist man den Menschen, die nach dem Tod für die eigene Bestattung verantwortlich sind, nämlich einen großen Dienst. Sie kennen dann die Wünsche und Vorstellungen für die Beisetzung und alles, was es sonst noch zu regeln gibt. Über die unterschiedlichen Möglichkeiten, die einzelnen Schritte, sowie Rechte und Pflichten bei einer Bestattung informiert am Mittwoch, 12. März 2014, um 17 Uhr AETAS Lebens- und Trauerkultur, Baldurstraße 39.

Telefon 089/15 92 76-0, E-Mail: info@aetas.de, www.aetas.de



Schon jetzt die richtige Vorsorge treffen

Beim Tag der offenen Tür im Palais Lerchenfeld am Samstag, 30. November, gibt es fundierte Beratung

Beim Tag der offenen Tür im Palais Lerchenfeld wird auch an die 450-jährige Geschichte des Alten Südlichen Friedhofs erinnert.
Foto: Landmann

Die Bestattungskultur ist einem Wandel unterworfen – immer mehr Menschen möchten schon zu Lebzeiten entscheiden, wie sie einmal bestattet werden sollen. Beim „Tag der offenen Tür“ im Palais Lerchenfeld, Damenstiftstraße 8, am Samstag, 30. November, informieren und beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Städtischen Friedhöfe München und der Städtischen Bestattung von 10 bis 18 Uhr über ihre Arbeit und neue Formen der Bestattung.

Bei Beratungsgesprächen rund um die Themen Tod, Bestattung und Friedhof können sich die Besucherinnen und Besucher einen individuellen Überblick verschaffen – etwa über Bestattungen unter Bäumen oder die Möglichkeit, in einer Urnengemeinschaftsanlage beigesetzt zu werden. Zudem gibt es ein Vortragsprogramm und einen Film.

„Trauerfall – was nun?“ lautet die Frage, die Peter Kotzbauer und Christian Vogt von der Städtischen Bestattung München um 11 Uhr und um 14.30 Uhr beantworten. Verleger Franz Schiermeier, Mitglied des Bezirksausschusses 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, wird den Alten Südlichen Friedhof um 13 Uhr vorstellen. Der Referent zeigt, dass sich die Geschichte der Begräbnisstätte wie ein Geschichtsbuch lesen lässt und der Friedhof auch Erholungsraum inmitten der Stadt ist.

Schiermeier spricht beim Tag der offenen Tür ab 13 Uhr im Palais Lerchenfeld. Von 16 Uhr bis 17.30 Uhr zeigen die Städtischen Friedhöfe München mehrmals einen Film über den Alten Südlichen Friedhof, dessen 450-jähriges Bestehen im April 2013 unter anderem mit einer Aufführung auf dem Friedhof gefeiert wurde. Der Film beinhaltet Szenen dieser künstlerischen Collage, die im Frühjahr von Gaby dos Santos inszeniert wurde.

Welche Möglichkeiten es bei der Grabgestaltung gibt, wird beim Tag der offenen Tür ebenfalls zur Sprache kommen. Die Städtische Bestattung wird ihre Leistungen von der Bestattung in Stille im engsten Kreis bis hin zur großen Trauerfeier präsentieren. Der Hinterbliebenenrente widmet sich das Versicherungsamt der Landeshauptstadt München an einem Infostand. Der Eintritt ist frei.

Die Städtischen Friedhöfe München führen Bestattungen und Trauerfeiern auf den Münchner Friedhöfen durch. Auch erledigen sie sämtliche Dienstleistungen rund um die Gräber auf den Münchner Groß- und Nebenfriedhöfen. Die Städtische Bestattung bietet in langer Tradition Bestattungsleistungen an. Genau wie bei privaten Bestattungsunternehmen, wird den Hinterbliebenen die Bestattung zuverlässig und einfühlsam organisiert, und die Angehörigen werden im Trauerfall begleitet. Sämtliche Dienstleistungen im Bereich Bestattungen, auch alternative Bestattungsformen, werden von der Städtischen Bestattung angeboten.



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