Gestaltung des Grabes

Foto: BdF, Bonn

Auf dem Friedhof geht der Trend zur Dauergrabpflege

Viele Menschen möchten gerne zu Lebzeiten wissen, wie die eigene Beerdigung einmal verlaufen wird, welcher Stein und welche Blumen einmal das eigene Grab schmücken werden. Und am liebsten möchten sie dies auch selbst beeinflussen. Früher war das meistens Wunschdenken. Wenn überhaupt schon zu Lebzeiten über das eigene Ableben gesprochen wurde, war es doch fraglich, ob die geäußerten Wünsche dann auch tatsächlich so umgesetzt wurden. Jeder trauert anders und in einer Stresssituation wie nach dem Tod eines nahen Angehörigen ist auch nicht jeder emotional in der Lage, sich um Details wie die Farbe der Grabinschrift oder die Wahl der Einfassungspflanzen zu kümmern. Heute hingegen nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeit, mit einem Dauergrabpflegevertrag aktiv Vorsorge für die Zeit nach dem Tod zu betreiben. „Die meisten Menschen beginnen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn sie zum ersten Mal mit einem Beisetzungsfall konfrontiert werden“, berichtet Ralf Harbaum, Geschäftsführer der Gesellschaft für Dauergrabpflege Westfalen-Lippe mbH und Aufsichtsratsmitglied der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner mbH (GdF). „Oft leben etwa die Kinder eines Verstorbenen nicht vor Ort und können daher die Grabpflege nicht selbst übernehmen. Oder der hinterbliebene Partner ist körperlich nicht in der Lage, sich selbst um das Grab zu kümmern, oder möchte nun lieber in die Nähe der Enkelkinder ziehen.“ Der Trend zu Vorsorgeregelungen ist nicht zuletzt durch die mobiler werdende Gesellschaft bedingt. Doch wer einmal in das Thema eingestiegen ist, erkennt auch weitere Vorteile, weiß Harbaum. „Wer immer ein selbstbestimmtes Leben geführt hat, nutzt nun die Möglichkeit, auch die eigene Beerdigung sowie die Gestaltung und Pflege des Grabs nach den eigenen Wünschen zu organisieren – und gleichzeitig die Angehörigen zu entlasten oder auch Streit zwischen Familienmitgliedern vorzubeugen.“ Die Stärke eines Dauergrabpflegevertrags: Er ist so individuell wie die Menschen, die ihn abschließen. Am häufigsten wird eine regelmäßige Grabpflege mit individueller saisonaler Wechselbepflanzung nachgefragt. Manche wollen die Blumen für die Wechselbepflanzung nicht selbst aussuchen, sondern übertragen die Auswahl dem Friedhofsgärtner. Andere möchten, dass zusätzlich zum Wechselflor ein Gesteck zum Todestag, zu den Totengedenktagen oder zu Weihnachten geliefert wird. Alle Wünsche werden in einem Treuhandvertrag festgehalten.



Veranstaltungshinweis

Blumenkurs: Kräuterkränze

Gesteckte Kräuterkränze für das Zuhause, das Familiengrab oder zum Verschenken: Mit Salbei, Lorbeer und Co. läuten die Teilnehmer des Blumenkurses „Kräuterkränze“ bei AETAS Lebens- und Trauerkultur den Sommer ein. Teilnehmer bringen bitte Schere und Messer mit; Werkstoffe werden gestellt, können aber auch mitgebracht werden.

Termin: Donnerstag, 8. Juni 2017, 19 bis 20.30 Uhr
Kosten: 8 Euro zzgl. Materialkosten
Veranstaltungsort: Aetas Lebens- und Trauerkultur, Baldurstraße 39, München
(U1 Westfriedhof)
Anmeldung: Telefon 089/15 92 76-0, info@aetas.de, www.aetas.de



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