Worte für das Unsagbare

Sein Beileid und Mitgefühl kann man auf verschiedene Art ausdrücken. Hat man vom Tod eines Menschen von Angehörigen aus erster Hand erfahren, kann ein Kondolenzbesuch Trost spenden.
Foto: Fotolia

Brief, Karte oder persönliches Gespräch?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sein Beileid angemessen auszudrücken
Die Nachricht vom Tod der Ehefrau eines Kollegen kam überraschend. Der Vater eines guten Freundes ist kürzlich nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Beide Beispiele sollen stellvertretend sein für Situationen, in denen man vielleicht zunächst etwas ratlos ist. Wie, wann und in welcher Form soll man mit dem jeweiligen Angehörigen Kontakt aufnehmen? Vor der Beisetzung nochmal anrufen, vorbeikommen oder doch lieber in schriftlicher Form sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen? Grundsätzlich ist es ratsam, die Kommunikationsform zu wählen, in der man vom Tod des Verstorbenen erfahren hat. Stand der Verstorbene einem nahe und hat man die Nachricht beispielsweise vom Angehörigen unmittelbar am Telefon erfahren, spricht man direkt sein Beileid aus, vielleicht verbunden mit dem Angebot, den oder die Angehörigen zu besuchen. Oft ist es gerade jetzt gut, dem Menschen, der sich momentan in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden kann, das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. Dennoch ist es zu respektieren, wenn der Angehörige das Angebot dankend ablehnt. Für einen Kondolenzbesuch sollte man Zeit reservieren und entsprechend flexibel reagieren, wenn der Zeitpunkt kommt, wo die Angehörigen lieber allein und/oder unter sich sein wollen.

Persönliche Worte, handgeschrieben

Wenn man aus der Zeitung oder einem Trauerportal im Internet vom Tod eines bekannten Menschen erfahren hat, ist es üblich, sich schriftlich an die Angehören zu wenden. Je nachdem, wie gut man mit dem oder der Verstorbenen bekannt war, kann man dies mit einem handgeschriebenen Brief oder einer handgeschriebenen Karte tun. Bei einer Karte ist die Frage nach der Konfession der Angehörigen nicht unbedeutend: Sind die Adressaten nicht religiös, sollte man eher auf eine Karte mit weltlichen Trauersymbolik-Motiven zurückgreifen. Der Umschlag der Post sollte keinen schwarzen Rand haben, da dieser eigentlich Kennzeichen der Trauernachricht somit den Angehörigen vorbehalten ist.

Ein Kondolenzbrief kann mehrere Aufgaben erfüllen: Er drückt das Mitgefühl über den Verlust aus, kann immer wieder aufs Neue Trost spenden, wenn man ihn zur Hand nimmt. Er ist aber auch für den Verfasser selbst eine Art Abschluss, man kann nochmal zurückblicken und sich ganz persönlich der verstorbenen Person und der Beziehung zu ihr widmen. Es kann ein bisschen dauern, bis sich die Worte in einem formen, die das ausdrücken, was man sagen will. Folgende Ankerpunkte können dabei ein wenig helfen: Als Einleitung eignet sich zum Beispiel, wie man die Nachricht erhalten hat, welche Reaktionen dies in einem hervorrief. Des Weiteren kann man auf gemeinsame Erlebnisse eingehen, insbesondere auf die, an die sich auch der Adressat erinnern kann. Was hat man von dem Menschen gelernt, der gegangen ist, war er in einer bestimmten Sache Vorbild und was wird man vermissen?

Mitgefühl statt Allgemeinplätze

Auch bei einer geschäftliche Beziehung mit dem Verstorbenen ist eine handgeschriebene Karte angebracht. Darin sollte man Platitüden und Übertreibungen vermeiden und stattdessen persönliche Worte wählen, die das Verhältnis zum Verstorbenen am besten widergeben.
Falls der Verstorbene schon länger tot sein sollte und man von seinem oder ihrem Ableben erst kürzlich erfahren hat, ist eine Bitte um Entschuldigung für die späte Reaktion passend. Bei seinem Schreiben sollte der Kondolierende auch bedenken, dass die Angehörigen in der Trauerarbeit bereits möglicherweise an einem anderen Punkt angelangt sind, als man dies vermuten könnte, sollten Beleidskarte oder Brief zu einem deutlich späteren Zeitpunkt eintreffen. Da immer mehr Menschen auch Traueranzeigen im Internet schalten, sind dort auch Beileidsbekundungen möglich. Auf dem Trauerportal sz-gedenken.de der Süddeutschen Zeitung zum Beispiel kann man sich jeweils in ein Kondolenzbuch eintragen sowie virtuelle Gedenkkerzen für Verstorbene mit persönlicher Widmung stiften.

 
 


Miteinander Zeit verbringen

Ein Elternteil bleibt allein zurück – wie kann man mit dieser Situation umgehen?

Wenn Vater oder Mutter gestorben sind, ist die Zeit unmittelbar danach für alle Beteiligten ungewohnt und nicht einfach. Etwas gemeinsam mit dem Kind oder den Kindern unternehmen kann dabei helfen, sich in der schmerzhaften Zeit Momente von Leichtigkeit zu verschaffen – zum Beispiel bei einem entspannenden Bewegungskurs, den AETAS am Sonntag, 15. Mai, und am Sonntag, 30. Oktober, jeweils von 11 bis 13 Uhr in der Münchner Baldurstraße 39 veranstaltet. Sitzen, stehen, gehen, sich im Raum bewegen: Eine Entwicklung vom einfachen Sitzen auf einem Stuhl, hin zum Stehen, zum Gehen im ganzen Raum und miteinander. So entsteht ein Bewegungserlebnis, das mit schöner Musik begleitet wird. Der Kurs eignet sich für trauernde Hinterbliebene. Helga Sewann, Pädagogin für Körperarbeit und Tanz sowie zeitgenössische Tänzerin und Trauertänzerin, wird die Kurse leiten. Bitte mitbringen: bequeme Kleidung, Socken oder Gymnastikschuhe mit Ledersohle. Der Kurs kostet jeweils 20 Euro, um Anmeldung unter 089/15 92 76 0 wird gebeten.

 



Vorausschauend regeln

Wer wird Vormund für den Fall, dass beide Elternteile versterben?

Für Eltern oder Alleinerziehende von minderjährigen Kindern ist es wichtig, für den Unglücksfall vorzusorgen und sich Gedanken zu machen, wer im Falle ihres Versterbens die Kinder betreuen soll. Verliert ein Kind beide Eltern, entscheidet das zuständige Familiengericht in Absprache mit dem Jugendamt, wer sich künftig um das Kind kümmern soll. Stirbt der allein sorgeberechtigte Elternteil, kann das Gericht dem überlebenden Elternteil das Sorgerecht übertragen, wenn es das Beste für das Kind ist. Andernfalls bestimmt das Gericht einen geeigneten Vormund. Wollen die Eltern diese Auswahl nicht dem Gericht überlassen, sondern den Vormund selbst bestimmen, sollten sie dies als Sorgeberechtigte im Voraus regeln, rät Dr.Vanessa Hohenbleicher, Fachanwältin für Erbrecht und Familienrecht in München. Dazu müssen Sie mit einer Sorgerechtsverfügung oder Testament den gewünschten Vormund benennen. Von den Vorgaben der Eltern darf das zuständige Gericht nur dann abweichen, wenn es berechtigte Zweifel hat, ob die als Vormund vorgeschlagene Person geeignet ist.



Vererben mit Sinn und Verstand

Am 14. April veranstaltet das Deutsche Forum für Erbrecht wieder die Bogenhausener Erbrechtstage

Es ist viel passiert im Bereich des Erbrechts und der Erbschaftssteuer: Durch die neue EU-Erbrechtsverordnung und die anstehende Reform der Erbschaftssteuer gehören viele Testamente auf den Prüfstand. Das Deutsche Forum für Erbrecht informiert am Donnerstag, 14. April ab 18 Uhr beim Bogenhausener Erbrechtstag  im Leonardo Hotel Arabellapark, Effnerstraße 99, kostenlos und laienverständlich über die wichtigsten Regeln beim Vererben. Die Erbrechtsexperten geben wertvolle Hinweise für die kluge Testamentsgestaltung und eine sinnvolle Vermögensnachfolge unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen. Es ist wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen: Denn ein kluges Testament bietet die Möglichkeit, die Vermögensnachfolge nach dem eigenen Willen zu gestalten und umzusetzen. Doch viele Menschen scheuen den Gedanken, ein Testament aufzusetzen. So trifft laut einer Umfrage des Deutschen Forums für Erbrecht nur jeder vierte Deutsche eine letztwillige Verfügung. „Von diesen Verfügungen sind über 90 Prozent unvernünftig, unklar, widersprüchlich oder gar unwirksam“, weiß Dr. Anton Steiner, Fachanwalt für Erbrecht und Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht. Beim Thema Erben und Vererben gibt also viel Informationsbedarf. Die Referenten der Veranstaltung gehören zu den gefragtesten Experten für Erbrecht in Deutschland. Alle Vorträge richten sich an das interessierte Laienpublikum – Rechtskenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Weitere Informationen unter www.erbrechtsforum.de



Korrektur

In der vergangenen Ausgabe der „Letzen Dinge“ vom 16. März hat sich bei unserem Ratgebertext „In klaren Worten“ ein Fehler eingeschlichen. Der Text beginnt mit dem Satz: „Ein Testament darf mit einer Schreibmaschine oder am PC geschrieben, ausgedruckt und unterschrieben werden.“ Natürlich fehlt hier das Wörtchen „nicht“ hinter „darf“. Wir bitten dieses Versehen zu entschuldigen.



Download der aktuellen Sonderveröffentlichung als PDF

Hier können Sie sich die aktuelle Version der Sonderveröffentlichung als PDF herunterladen.