Lichter gegen das Vergessen

Ein friedliches Licht in der dunklen Jahreszeit. Das Lichtermeer soll den Menschen auf dem Friedhof Wärme und Zuversicht spenden.
Foto: BdF, Bonn

Kerzenlichter bringen an Allerheiligen die Friedhöfe zum Leuchten

Bald ist es wieder soweit: Am Allerheiligentag ist es lange Tradition die Gräber mit Lichtern zu schmücken. Am 1. November leuchten Friedhöfe und Kirchen in einem besonderen Licht: Die sogenannten „Seelenlichter“ werden entzündet – zum Gedenken an Heilige und Märtyrer. Am darauffolgenden Tag, an Allerseelen am 2. November, stehen die brennenden Kerzen symbolisch für das ewige Leben und in Erinnerung an alle Verstorbenen. Zugleich ist das Anzünden des Grablichtes für die Hinterbliebenen ein trostspendendes Ritual der Andacht und Erinnerung. Ohne Kerzen und Kerzenlicht sind diese Tage der stillen Andacht undenkbar. Auch erinnert der Herbst an die Vergänglichkeit des Lebens wie keine andere Jahreszeit. Werden die Tage kürzer und dunkler, erwachen oft die Erinnerungen an verstorbene Familienmitglieder, Freunde, Partner und Weggefährten. Und so nutzen viele Menschen
ganz besonders die Totengedenktage im November, um auf dem Friedhof die Gräber ihrer Verstorbenen zu besuchen, Grabschmuck niederzulegen und Kerzen anzuzünden.
Traditionell werden die Gräber der Verstorbenen – schon im Hinblick auf Allerseelen – zu Allerheiligen mit Pflanzen und Blumen geschmückt. Eine Kerze erhellt als „ewiges Licht“ oder „Seelenlicht“ die Ruhestätte und brennt bis Allerseelen weiter, um den Verstorbenen zu leuchten.
Zusätzlich zu den Grablichtern und Kerzen in Grablaternen verzieren oft liebevoll ausgesuchte Gestecke mit Blumen und Stumpenkerzen die Gräber.
Das Licht auf den Gräbern kann dabei verschiedene Bedeutungen haben: Zum einen werden Grablichter traditionell verwendet,
um die Seele eines Verstorbenen zu symbolisieren. Das Anzünden der Flamme dient der Erinnerung und soll die Seele des Verstorbenen durch das Totenreich zu führen. Das Licht der Kerze soll den Seelen den Weg zur Ruhestätte ihres Körpers weisen.
Andererseits soll das Licht als Barriere zwischen den Lebenden und den Toten dienen und böse Geister vertreiben. Dieser „Aberglaube“ ist zwar längst überholt, aber Allerheiligen und Allerseelen haben ihre Bedeutung als
hohe Festtage im Christentum bewahrt.



Verlust und Erinnerung

Foto: djd/Algordanza/thx
Jeder Mensch trauert anders

Trauer über den Verlust eines geschätzten Menschen ist etwas sehr Persönliches. So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich geht jeder mit dem Schmerz um. Dabei spielen gesellschaftliche und kulturelle Normen immer noch eine wichtige Rolle. Es gibt keine richtige oder falsche Art zu trauern. Entscheidend ist, dass jeder die für ihn angemessene Form findet, dass er zu seinen Gedanken und Gefühlen steht – und dass er darüber spricht.
Trauernde Menschen beschreiben viele Trauerwege, die sie gegangen sind, um mit dem Schock, der Verzweiflung, dem Schmerz oder auch der Leere und Gefühllosigkeit umzugehen. Manche weinen, schreien, fluchen, geraten außer sich, um sich danach zu beruhigen und sich der Realität des Todes und des Verlustes eines nahe stehenden Menschen wieder ein Stück mehr zu stellen. Andere finden Erleichterung, wenn sie von Angehörigen und Freunden in den Arm genommen und gehalten werden, freuen sich über kleine Gesten des Erinnerns und des Mitgefühls. Für viele ist es wichtig, ihre Geschichten und Erinnerungen immer wieder zu erzählen, jedes Mal kommt ein kleines Detail dazu und hilft dabei, den Verlust anzunehmen. Dann gibt es aber auch Trauernde, die viel Kraft schöpfen und sich von der anstrengenden Trauerarbeit erholen, wenn sie sich zurückziehen, vielleicht alleine in der Natur spazieren gehen, Musik hören, beten oder meditieren.
   

 



Vom Gottesacker zum Krematorium

Foto: Landmann
Vom Gottesacker zum Krematorium

Der Umgang mit Sterben und Tod hat sich in den vergangenen Jahrhunderten gewandelt
Wenn es im 21. Jahrhundert überhaupt eine Auseinandersetzung mit Sterben und Tod gibt, dann ist sie eine sachliche. Das Ende des Lebens ist entmythologisiert, die Begräbnisrituale sind ökonomisiert und der Friedhof ist technisiert. Nur wenig ist geblieben von „Memento mori“, von feierlichen Exequien und vom Gottesacker.
Bereits im späten 18. Jahrhundert wandelt sich das Verständnis von Tod und Sterben, wie Norbert Fischer in seiner Sozialgeschichte der Friedhöfe schreibt. Im Umgang mit den Toten begann sich eine bürgerlich-aufgeklärte Form von Rationalität durchzusetzen, die mit Stichwörtern wie Effizienz, Pragmatismus, Technisierung beschrieben werden kann. Dieser vernunftbestimmte Umgang mit Sterben und Tod stand im krassen Gegensatz zu vielen, Jahrhunderte alten Traditionen und zeigte sich besonders deutlich auf dem Friedhof.
Glichen die alten Begräbnisplätze in der Regel noch Feldern, die durch das Wort „Gottesacker“ quasi geadelt wurden, so bestimmte eine geometrische Ordnung die neu vor den Stadttoren angelegten Friedhöfe. Mit ihren teils monumentalen Grabmälern und Mausoleen wurden sie zu repräsentativen Stätten des Bürgtums und in der Zeit des Kaiserreiches unter Einbeziehung der Natur zu Gesamtkunstwerken.  
Nach 1920 gab es wiederum eine radikale Kehrtwende in der Sepuralkultur. Die Grabmäler wurden typisiert und standardisiert. Damit waren die Friedhöfe Teil  der möglichst effizienten Organisation kommunaler Aufgaben geworden. In dieses Bild passte die Feuerbestattung ideal. Eine Teil des Bürgertums – säkularisiert, fortschrittsgläubig, gesellschaftlich engagiert – setzte sich für den Bau von Krematorien ein, 1878 entstand das erste in Deutschland. Und ist allen architektonischen Hüllen zum Trotz ein mit Tabus belegter Ort geblieben.
Zu den großen Verlierern des Wandels der Bestattungskultur gehören die Kirchen. Bedeutete die Verlegung der Begräbnisplätze vor die Stadttore schon an sich einen Verlust an Präsenz im politischen Zentrum, so war sie häufig auch noch verbunden mit der Einschränkung kirchlicher Verfügungsgewalt. Diese Entwicklung mündete im 19. Jahrhundert in der Kommunalisierung vieler städtischer Friedhöfe, bevor die Kirchen durch die Einführung der Feuerbestattung, die von ihnen als „heidnisch-materialistisch“ verdammt wurde, einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen mussten.
So hat sich der Umgang mit den Toten mittlerweile zu einer Angelegenheit für Mediziner, Techniker und Friedhofsverwalter entwickelt. Nur noch wenige Relikte sind erhalten geblieben von jener emotionsgetönten Trauerkultur, die das Bürgertum im 19. Jahrhundert so vollendet zelebrierte. Aus einem einst rätselhaften, vielgedeuteten Mythos ist ein praktisches, delegierbares Problem geworden, zu dessen Bewältigung ein breitgefächertes Dienstleistungsangebot bereitsteht. Doch jenseits aller Versachlichung bleiben Trauer, Sprachlosigkeit und Verlust, die Sehnsucht nach Trost und nach spiritueller Begleitung, bleibt die Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende aller Dinge sein möge.

 



Symbol der Treue

Efeu steht symbolisch für die Treue, die sogar den Tod überwindet.
Foto: BdB
Efeu ist eine Pflanze mit großer Bedeutung

Der Efeu war aufgrund seiner immergrünen Blätter schon früh ein starkes Symbol des ewigen Lebens. Die schöne tiefgrüne Pflanze gilt auch als ein Symbol der Zuverlässigkeit und der Treue, die sogar den Tod überwindet. In der Sage von Tristan und Isolde, die sich verbotenerweise ineinander verliebten, spielt Efeu eine wichtige und große Rolle. Das innige Paar wurde für seine große Liebe bestraft und um Tristan und Isolde selbst im Tod noch voneinander zu trennen, wurden sie an zwei verschiedenen Seiten einer Kirche begraben. Doch an beiden Gräbern begann der Efeu kräftig zu wachsen. Die immergünen Pflanzen wurden so hoch, dass sie das Dach überrankten und sich dort begegneten, so dass die beiden Liebenden doch noch im Tode vereint waren.

 

 



Vererben mit Sinn und Verstand

Die 17. Münchner Erbrechtstage finden am  20. und 27. Oktober 2016 im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz statt

Derzeit ist das Thema Vererben durch die Reform der Erbschaftsteuer wieder in aller Munde. Darüber informiert das Deutsche Forum für Erbrecht am 20.10. und 27.10.2016 jeweils ab 18 Uhr bei den Münchner Erbrechtstagen im Künstlerhaus am.
Die Zuhörer erfahren dabei die wichtigsten Regeln beim Vererben und inwieweit aktuell Handlungsbedarf besteht. Die Erbrechtsexperten geben wertvolle Hinweise für die kluge Testamentsgestaltung und eine sinnvolle Vermögensnachfolge unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen.
Die Referenten der Veranstaltung gehören zu den gefragtesten Experten für Erbrecht in Deutschland. Alle Vorträge richten sich an das interessierte Laienpublikum – Rechtskenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Infos: www.erbrechtsforum.de



Download der aktuellen Sonderveröffentlichungen aus den Landkreisen

Hier finden Sie die aktuellen Kollektive aus den Landkreisen als PDF-Datei zum Download. Zum Öffnen der Datei klicken Sie bitte auf den Link. Wollen Sie die Datei direkt speichern, drücken Sie bitte die rechte Maustaste und wählen "Ziel speichern unter".

München

Dachau

Erding

Ebersberg

Freising

Fürstenfeldbruck

Starnberg

Wolfratshausen