Wechselbepflanzung im Jahreszyklus

Eine prächtige Kombination verschiedener Sommerblüher in Rottönen, für halbschattige Bereiche auf dem Grab.

Foto: dauergrabpflege.de

Die Grabgestaltung stellt besondere Herausforderungen an die Friedhofsgärtner?

Gräber sind wie kleine Gärten, die an die Bepflanzung besondere Ansprüche stellen. Pflanzengröße, Schnittverträglichkeit, Blühdauer und die Bodenvorbereitung sind entscheidend für das gute Gelingen einer schönen Grabbepflanzung. Die Größe eines Grabes, ob Familiengrab, Einzel- oder Urnengrab, ist in der Satzung des jeweiligen Friedhofs festgelegt. In dieser Größe muss zunächst einmal ein Erdhügel angelegt werden, der anschließend bepflanzt wird. Die Wahl der Pflanzen orientiert sich, wie bei jeder anderen Bepflanzung auch, am Standort, d.h. ob sich das Grab in schattiger, halbschattiger oder sonniger Lage befindet. Für die Grabbepflanzung sind aber auch weitere Faktoren wichtig. So dürfen die Pflanzen den Grabstein mit der Inschrift nicht verdecken und nicht breiter werden als das vorgegebene Grabmaß. Die notwendige Schnittverträglichkeit müssen auch die Bodendecker mitbringen, also Pflanzen, die dazu gedacht sind, den Boden flächig mit ihrem Laub zu bedecken. Hier ist es besonders wichtig, dass sie schnell dichte Teppiche bilden, um möglichst kein Unkraut aufkommen zu lassen. Der Friedhofsgärtner wählt dafür schnellwüchsige Bodendecker wie Euonymus oder Cotoneaster, die auch nach Wunsch geformt werden können.


Üblich ist in Bayern eine Einfassung mit Bodendeckern, bei der eine Pflanzfläche für die Wechselbepflanzung ausgespart wird. Die pflegeärmste Grabbepflanzung stellt eine einheitliche Bodendeckerfläche dar. Viele Gärtner nutzen mehrere Bodendecker mit unterschiedlicher Laubfärbung, Blattgröße und Wuchshöhe, um selbst eine reine Bodendeckerfläche formschön und abwechslungsreich zu gestalten.

Der Teil des Grabes, der jetzt im Juni neu bepflanzt wird, ist die sogenannte Wechselflorfläche. Sie ist das Herzstück der Pflanzung, das die jahreszeitliche Veränderung und damit den Kreislauf des Lebens widerspiegelt. Die Wechselbepflanzung von Gräbern wird üblicherweise drei Mal im Jahr erneuert. Die Frühjahrsbepflanzung dauert von Anfang April bis Mitte Mai. Zu dieser Zeit können nur recht frostverträgliche Pflanzen gesetzt werden. Die Sommerbepflanzung muss hingegen wesentlich länger schön sein, da die Herbstbepflanzung erst im Oktober ansteht. Die verwendeten Pflanzen sollten also fünf Monate durchgehend blühen und sehr trockenheitsverträglich sein. Zierpflanzen wie Begonien, Fleißige Ließchen, Geranien und dergleichen können das leisten. Sie können gemeinsam mit Blattschmuckpflanzen wie Süßkartoffel oder Heuchera verwendet werden.

Die übliche Wechselbepflanzung im Herbst aus Heidearten wird immer öfter durch Pflanzen des Herbstzaubersortiments abgelöst. Dieses Sortiment enthält viele Blattschmuckstauden, die weit in den Winter hinein schön bunt bleiben und die kleine Fläche aufwerten. Friedhofsgärtner empfehlen zu dieser Zeit bereits auch den kommenden Frühling im Blick zu haben, denn die Zwiebeln für die ersten Frühjahrsblüher wie Narzissen oder Tulpen müssen im Herbst gesetzt werden. Sie eignen sich besonders für Gräber, da sie nach der Blüte wieder einziehen und Platz für andere Blühpflanzen lassen.

Im Spätherbst, in der Zeit der Totengedenktage, werden die Gräber dann mit einem winterfesten Gesteck auf die kalte und ruhige Jahreszeit vorbereitet. Wenn mit dem Winter der Lebenszyklus auf dem Grab endet, ist es Zeit, zurück zu blicken auf ein Jahr voller blühender Lichtblicke.



In Tradition vereint

Foto: privat

Schöner Mozart

Benefizkonzert zugunsten der AETAS Kinderstiftung

Mit Klavier, Geige und Gesang widmen sich drei Musiker einem der berühmtesten Komponisten: Wolfgang Amadeus Mozart.
Die Pianistin Ulviya Abdullayeva, der Bariton Klaus von Saucken und die acht Jahre alte Geigerin Anastasia Mishula, Tochter der Pianistin, laden ein zu einem Abend mit schöner Musik bei AETAS Lebens- und Trauerkultur. Auf dem Programm stehen Arien aus den Opern Don Giovanni, Die Zauberflöte und Figaros Hochzeit, ein Violinkonzert sowie eine Klaviersonate. Das Konzert ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der AETAS Kinderstiftung. Die AETAS Kinderstiftung leistet professionelle Kinderkrisenintervention und steht Kindern und ihren Familien nach einem traumatischen Erlebnis zur Seite.

Konzert: Sonntag, 9. Juli um 19 Uhr, Kosten: 15 Euro, der Eintritt kommt der AETAS Kinderstiftung zugute. Ort: AETAS Lebens- und Trauerkultur, Baldurstr. 39, München (U1 Westfriedhof).

Reservierung: Telefon: 089/1592760



Buchtipp

„Wie Kinder trauern –
Ein Buch zum Verstehen und Begleiten“

Wenn Kinder trauern, wenn sie Fragen zu Tod und Sterben haben, brauchen sie Halt und Orientierung. Das gerade erschienene Buch „Wie Kinder trauern“ will Eltern und anderen Bezugspersonen helfen, Kindern in Zeiten der Trauer beizustehen. „Sterben mitzuerleben hat das Potenzial, Kinder krank zu machen“, sagt Tita Kern, fachliche Leiterin der AETAS Kinderstiftung und eine der Autorinnen des Buches. Als Psychotraumatologin weiß sie, wann die Grenze zwischen Trauer und Trauma überschritten ist. Sie kennt die vielen Facetten der Kindertrauer: die Fragen, das Schweigen, die Wut, Appetitlosigkeit, Rückzug. Sie kennt aber auch die erdrückende Last, mit der Erwachsene leben, wenn sie selbst trauern und zugleich eine Stütze sein wollen. Die weiteren Autoren Nicole Rinder und Florian Rauch leiten gemeinsam das Bestattungsinstitut AETAS Lebens- und Trauerkultur und die
AETAS Kinderstiftung. In ihrer Tätigkeit erleben sie Kinder vor allem in der Zeit vom Tod bis zur Bestattung. Aus ihrer langjährigen Erfahrung wissen sie, wie entscheidend diese Zeitspanne für den weiteren Verlauf der Trauer ist.

Damit Kinder ihre Trauer in einem verständnisvollen, schützenden Umfeld leben können, müssen Erwachsene zunächst einmal  verstehen, wie Kinder Trauer erleben. Dies wird nicht nur abstrakt erklärt, sondern in Zitaten und selbstgemalten Zeichnungen kommen die Kinder selbst zu Wort. Zum anderen stehen Erwachsene vor der Herausforderung, selbst zu trauern und zugleich Halt bieten zu wollen. Das Buch will Mut machen, den Weg der Trauer gemeinsam mit den Kindern in Offenheit zu gehen, auch wenn er schwer sein mag. Ziel ist es nicht, die Trauer schnellstmöglich zu beenden. Vielmehr geht es den Autoren darum zu zeigen, wie Gefühle der Trauer in das Leben integriert werden können und wie es möglich ist, damit gut weiterzuleben.

„Wie Kinder trauern - Ein Buch zum Verstehen und Begleiten“ von Tita Kern, Nicole Rinder, Florian Rauch. (Kösel-Verlag 2017)

 



Digitale Wege

Für ältere Generationen wird die Frage des digitalen Nachlasses nach dem Tod immer relevanter 

Das durchschnittliche Sterbealter ist in den letzten zehn Jahren in Deutschland fast unverändert geblieben: Bei Männern sind es 75,6 und bei Frauen 82,2 Jahre. Im gleichen Zeitraum ergab sich aber eine rasante Steigerung der Internetaktivität in der Altersgruppe 60+, die bei fast 400 Prozent liegt. Waren es 2005 noch etwa 3,5 Millionen Internetnutzer, sind es 2016 bereits 12 Millionen in dieser Altersschicht. Somit hat sich die oft noch vorherrschende Meinung, Internetnutzung sei vor allem etwas für jüngere Leute, längst überholt. Die Zahlen der sogenannten „Silver Surfer“, also der Internetnutzer ab 65 Jahren, variieren in verschiedenen Schätzungen zwischen mindestens 20 bis maximal 85 Prozent. Insbesondere ältere Menschen nutzen zunehmend auch den Online-Versandhandel, um beschwerliche Einkaufstouren möglichst zu vermeiden.

Diese Entwicklung ist für den Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. (BDB) seit längerem Anlass, die Frage des digitalen Nachlasses im Auge zu behalten. Immer mehr Bestatter bieten daher auch für den Bereich des digitalen Nachlasses Möglichkeiten einer seriösen und unkomplizierten Abmeldung von Nutzerkonten, Mitgliedschaften und Guthaben bei Handelsplattformen, Dating- und Partnerportalen, Spieleplattformen, Wettanbietern oder Vereinsmitgliedschaften an. Auch andere elementare Abmeldungen, etwa von der Rentenversicherung, der Deaktivierung von Facebook-Konten, der Krankenversicherung oder von GEZ-Gebühren werden so über ein einfaches Portal möglich. Verbraucherschützer sind sich einig: Rechtzeitig und korrekt durchgeführte Abmeldungen und Vertragskündigungen verhindern für Angehörige unnötige Kosten. Auch können weiterlaufende Kosten durch Verträge bei Vertragspartnern ermittelt und verhindert beziehungsweise ermittelte Guthaben für die Angehörigen gesichert werden.

Seit mehreren Jahren beobachtet der BDB und das mit ihm verbundene Kuratorium Deutsche Bestattungskultur sehr genau die Entwicklungen im Bereich der digitalen Nachlassverwaltung. Inzwischen ist längst der Zeitpunkt gekommen, oder zumindest bei einem sehr großen Teil der Bestattungsaufträge, den Angehörigen die Frage des digitalen Nachlasses zu stellen und passgenau Lösungen anzubieten. Profile in sozialen Netzwerken etwa gehören zu den häufigsten Hinterlassenschaften Verstorbener, die für Angehörige von besonders hoher emotionaler Bedeutung sind. Hier ermöglicht die Abmeldung, den Weg zur Löschung oder Umsetzung eines Profils in den sogenannten „Gedenkstatus“ anzustoßen, was für Angehörige von wichtiger Bedeutung ist.

Die Vertragsermittlungen und Auskünfte müssen grundsätzlich datenschutzkonform vorgenommen werden. Dabei legen die deutschen Bestatter insbesondere darauf Wert, dass die übermittelten Kundendaten ausschließlich für Abmeldezwecke genutzt wird. Das für diese Zwecke entworfene elektronische Abmeldeportal bietet den Angehörigen des Verstorbenen einen weiteren Vorteil: Mit einem individuellen Zugangscode können sich diese auch selbst in das Formalitäten-Portal einwählen und selbstständig Abmeldungen durchführen, ferner auch sehen, welche Abmeldungen bereits durch den Bestatter angestoßen, vollzogen und vom Vertragspartner bestätigt wurden. Im späteren Zeitverlauf, oftmals nach der Trauerfeier, fallen Angehörigen nicht selten noch Mitgliedschaften ein, die sie dort komfortabel und bequem abmelden können.

Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur und der Bundesverband Deutscher Bestatter rät Menschen ab Mitte 50 zum Abschluss sogenannter Bestattungsvorsorgeverträge, die für den Todesfall grundlegende Entscheidungen über Bestattungsart und persönliche Präferenzen klären sowie zur Entlastung der Angehörigen das Geld für die Bestattung zweckgebunden hinterlegen. Auch dabei sollte die Frage der Internetaktivität bedacht werden, denn es gibt bereits zu Lebzeiten die Möglichkeit, die vielfältigen Nutzerkonten und Mitgliedschaften zu hinterlegen, um im Fall der Fälle den eigenen Angehörigen viele spätere mühsame Schritte bereits abzunehmen.



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