Kondolenzen (2)
Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.
Kondolenz
ein Brief zum Abschied an meinen Doktorvater
28.02.2012 um 11:09 Uhr von Dr. Michael von PupkaLieber, verehrter Graf Hoyos,
ungewohnt verspätet Mitte Januar erst erhielt ich Ihre weihnachtlichen Grüsse mit dem üblichen Jahresbericht. Ich wollte Ihnen sogleich antworten, wie ich Sie um Ihre geschilderten und so vielseitigen Aktivitäten bewundere, gar beneide und wie ich mich mit Ihnen auch freue, daß sie all die Unternehmungen trotz hohen Alters so voll genießen können. Stutzend hinsichtlich Ihres doch möglicherweise gesundheitlich fragilen Zustandes hätte mich nicht nur die Verzögerung des Briefes sondern auch die paar ungewohnten Flüchtigkeitsfehler in Ihrem persönlich gehaltenen Anschreiben machen müssen – waren Sie bei der überaus genauen Redaktion meiner wissenschaftlichen Abhandlungen unter ihrer Obhut um die Ausmerzung jedweder Fehler bemüht.
Nun ist es unverzeihlich zu spät, meine Dankensgrüsse Ihnen direkt zukommen zu lassen! Unvermittelt sind Sie aus dieser Welt abberufen worden und haben vor uns den Ihnen folgenden Nachsterbenden den einsamen Weg in eine hoffentlich friedfertigere Ewigkeit aufgenommen.
Ja, ein treuer Wegbereiter waren Sie, verehrter Graf Hoyos, stets für mich vor allem auf meiner beruflichen Laufbahn, obgleich ich dann etwas abseits der Forschung und Lehre mein Ziel als Hochschulbibliothekar fand. Für die Förderung dahin und das Wohlwollen dem „Aussteiger“ ins ferne Neuseeland danach bin ich Ihnen höchst dankbar.
Traurig verlassen fühle ich mich, Sie als wichtigen und aufmerksamen Zeitzeugen nicht mehr unter uns zu wissen. Das Hier und Jetzt ist durch Ihr Fortgehen ärmer geworden. Dennoch freue ich mich zugleich – und sehe es als Geschenk meines mir gütigen Schicksals-, Sie genau die Hälfte Ihres langen und ereignisreichvollen Lebens, seit 1968, dem Beginn der Regensburger Zeit, als einen vorbildlichen Wissenschaftler und als einen liebenswürdigen Menschen mal nah, mal fern begleitet zu haben.
Ich möchte nicht auf Ihre anerkannten Meriten als Wissenschaftler, die Sie ja noch als „emeritus“ ernteten, sondern auch auf Ihre unvergesslichen Verdienste als Gastgeber, Gesellschafter, ja als „Lebemann“ im besten Sinne hinweisen. Den vielfältigen „Anforderungen“ des Lebens haben Sie sich mit den Ihnen eigenen persönlichen „Fähigkeiten“ vorbildlich gestellt:
Die psychologische Wissenschaft war ohne Zweifel die große Sparte ihres umfassenden Lebens. Wichtig für Sie waren auch der kulturelle Kunstgenuss bei Theater- und Konzertaufführungen, die sportliche Ertüchtigung beim Wandern, Radfahren, die Befriedigung der Reiselust beim Ansteuern immer neuer Reiseziele und nicht zuletzt die religiöse Erbauung als aktiver, bekennender Katholik
Unvergessen für mich sind die fröhlichen Tafelrunden am riesengroßen Konferenztisch, die fast allwöchentlich zu den Geburtstagen Ihrer unzähligen Mitarbeiter stattfanden. Gerne denke ich zurück, daß es nicht nur bei einem wissenschaftlichen, formellen Austausch unter den Mitarbeiten und mit dem „Chef“ blieb, sondern daß dieser mit gegenseitigen lustigen Privatbesuchen und „Feten“ erweitert wurde. Ich habe mich, wie sicherlich die anderen Kollegen auch, als Ihr Gast und Gastgeber gleichermaßen, der ich so oft sein durfte, immer wohl gefühlt. Es war mir eine große Genugtuung vor zwei Jahren noch einmal (und hoffentlich nicht das letzte Mal) einen Botschafter Ihrer großen Familie, den Enkel Leonhard als willkommenen Gast stellvertretend für das Familienoberhaupt begrüßt zu haben.
In dem Sinne Familienoberhaupt und zur abschließenden Würdigung Ihrer Allround-Persönlichkeit möchte auf Ihre hervorragende Bedeutung als „family man“ hinweisen. Insgeheim habe ich Sie um Ihren tiefen, echten Familiensinn bewundert, den Sie Ihren Angehörigen schenkten und der Ihnen erwidert wurde. Möge dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit den Schmerz in Ihrer Familie über Ihren Rückzug ins Jenseits mildern.
In Trauer, aber auch in Freude (wie geschrieben), verbleibe ich
Ihr Michael v. Pupka Lipinski
Golden Bay, New Zealand im Februar 2012
Kondolenz
Ein Lehrer und Mentor mit Weitblick und Herz
20.02.2012 um 21:27 Uhr von Prof. Dr. Franz RuppertLiebe Gräfin Hoyos,
leider erfahre ich erst jetzt über die Mitteilungen des Berufsverbandes vom Tod Ihres Mannes. Ich bin im Moment noch etwas fassungslos, tief berührt und hätte mich gerne an der Trauerfeier beteiligt.
Für mich persönlich war Carl Graf Hoyos einer der wichtigsten Menschen, denen ich in meiner beruflichen Laufbahn begegnet bin. Er war mein Lehrer und Mentor im akademischen Bereich im besten Sinne. Ich hätte mir keinen besseren wünschen können. Er war fordernd und fördernd zugleich. Ich werde ihn immer in bester Erinnerung behalten.
mein herzlichstes Beileid an Sie und Ihre Kinder und Enkelkinder
Franz Ruppert